18. Highflyer & Goldstücke

Im Zuge eines Rebrandings verschwand der Eiswürfel dann irgendwann. Genau wie immer mal einige Mitarbeiter. Im späteren Verlauf sollte er viele Leute kommen und gehen sehen. Söhne von alten Weggefährten/Geschäftsfreunden des Geschäftstführers, ausgestattet mit Stechschritt und ziemlich guter Laune (sehr früh morgens). Highflyer mit Karrierelebenslauf (alle 3-4 Jahre woanders), die sich mit ihrem Auftreten auf dem wichtigsten Branchentreff quasi auf ein Real-Life- Minesweeper begaben. Er wusste alles und kannte alles.

Weiter wurden 1er Absolventinnen von der Fachhochschule höchst Willkommen geheißen, die sich theoeretisch und praktisch sehr gut mit Marketing auskannten, jeodch nicht wussten, wie man Kaffee kocht (OK, das wusste Ruud ja erst auch nicht).

Es gab „Goldstücke die vom (Wettbewerbs)Himmel fielen“ und wenige Monate später wieder vom Hof gejagt wurden, mit der Frage, wer den denn bloß angeschleppt hätte. Andere Goldstücke zogen wie selbstverständlich alte Preismatrixen von ihrem vorigen Arbeitgeber aus der Tasche.

Oder anderes Branchen fremdes Personal, das mit deutlich mehr Gehalt eingestellt wurde, als das was andere langjährige Mitarbeiter in den gleichen Positionen verdienten.

Der bereits erwähnte Highflyer brachte es sogar fertig, nahezu jedem kfm. Azubi des nachfolgenden Ausbildungsjahrgangs von Ruud pauschal ein höheres Einstiegsgehalt, sowie „einen eigenen kleinen Bereich“ zu versprechen. Ruud und seine Kollegen wurden damals nach bestandener Abschlußprüfung noch ganz unromantisch mit „Unterschreib oder nicht“ abgespeist, nachdem man ihnen vorher auch mal mitgeteilt hatte, „man wisse noch nicht, ob man sie überhaupt übernehmen würde“ – im Spaß natürlich.

Im Zuge einer Zentralisierung des Leistungsportfolios wurde eine komplette Abteilung aus dem östlichen Teil Deutschlands in den Norden „verpflanzt“. Es wurden Mitarbeiterwohnungen angemietet, neue Möbel gekauft, Autos zur Verfügung gestellt und die Mitarbeiter intern teilweise als Halbgötter hofiert. Sie pendelten Freitags Nachmittags nach Hause, kamen Montags später ins Büro. Im Zuge des Fachkräftemangels wurde man kreativ.

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