Bis dann …

Stellen Sie sich vor, Sie sind wie ich, nicht in der Lage körperlicher Arbeit nachzugehen, sind handwerklich ungeschickt und werden Bürohengst, so wie ich – wobei ich mich als ein besonderes Exemplar sehe.

Großer schwarzer Echtholz-Schreibtisch, vier Telefone, zwei Monitore, Tischkalender, massenweise Ordner, Ablagekörbe und Papierstapel auf’m Schreibtisch und 1.200 Anschläge die Minute – also ein richtiger Büromustang. Man sitzt an seinem Arbeitsplatz und wird wiederholt durch das Telefonklingeln geweckt bzw. von seinem privaten Kram weggeholt. Man nimmt das Gespräch entgegen: Outbound-Callcenter, Gebrabbel im Hintergrund, „wichtige Nachricht für den Geschäftsführer“ (Bahn fahren kostet Geld?), „Geschäft ihres Lebens“ (na endlich) …

Ich stelle mich zwei Minuten blöd – was mir persönlich nicht schwer fällt – gebe keine Auskunft. Blöd stellen habe ich einmal von einer Bundesbehörde gelernt, als ich während meiner Ausbildung dort Dokumente abholen musste. Da stand auf einem Schild geschrieben: „5 Minuten dumm stellen, kann manchmal einen ganzen Haufen Arbeit ersparen …“ Is was dran – dat merkste dir – super Nummer. Was auch immer gut funktioniert, wenn man dem gegenüber gleich den Wind aus den Segeln nimmt und ihn so verwirrt dass er gar nicht mehr weiß weswegen er überhaupt angerufen hat. Einmal habe ich mich gefragt warum sich Leute am Telefon mit der Floskel „Bis dann“ verabschieden, obwohl Sie wissen, dass man nie wieder mit ihnen telefonieren wird?! Zumindest weiß ich das. Du hast die interne Durchwahl und Info’s bekommen – ruf mich nicht wieder an. Penner!

Allein die Begrüßung: „Bockmannnnnnnnn … halloooooooooooooooo-ich komm’ von der Firma sowiesoooooooooooooo!“

(Ich komm’ von der Firma“ ist schon mal  falsch –  wat haste denn da gemacht – und – wo willste  jetzt hin? Ich komm ich komm – durchs Telefon oder wat?! Habe ich ein Bildtelefon?!) 

dermeckerling: „Ich komm“ hat meine Oma immer beim UNO-Spielen gesagt, wenn sie an der Reihe war.“

Stille.

dermeckerling: „UNO ist ein Kartenspiel und hat im Übrigen nichts mit DER UNO zu tun – sind keine Bilder von Kofi Anan oder Ban Ki-Moon drauf …“

Anrufer: „Ääh, ja-kann ich mal mit Peter Schmidt sprechen?!“

dermeckerling: „Nein, der hat sich gestern entschieden das Unternehmen mit einem Karton Kopierpapier unterm Arm zu verlassen.“

Stille.

Anrufer: „Ach so – bis dann!“

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