Das Märchen von dem Drahtesel und der Raubkatze

Es war einmal ein kleiner Drahtesel, der bei einem schnieken Friesen wohnte. Da er noch recht neu war und es in der Großstadt in der er jetzt lebte, gefährlich und schlechtwetterich war-ja, es lungern überall Drahteseldiebe und Regenfronten herum-verbrachte er zunächst die meiste Zeit im Stall. 

Der schnieke Friese nutze die meiste Zeit den Urgroßvater vom jungen Esel, den er seinerzeit auf einem Drahteselmarkt vor dem Gnadenhof bewahrte. Eines Tages jedoch beschloss der Neuhanseat dem alten Drahtesel eine Pause zu gönnen und so nutzte er immer öfter das Jungtier um damit in die 2km entfernte Knochenmühle zu fahren. Es machte beiden sichtlich Spaß und je öfter sie zusammen ausritten, desto weniger Angst hatten sie-sowohl vor Drahteseldieben als auch vor Regenfronten.

 Eines Dienstagsabends, als der von Haus lustige Besitzer Sport treiben wollte, schickte er noch flink ein mit schwedischen Lutschpastillen auf den Zähnen als ‚Ulkfürzwischendurch‘ präpariertes Selfie an seine Holde und kommentierte es mit den Worten ‚Vom Drahtesel gefallen‘ und machte sich auf den Weg. 

Dieser Scherz wäre am darauffolgenden Mittwochmorgen beinahe Realität geworden .. Asinus und Reiter machten sich wie gewohnt auf den Weg zur Arbeitsstätte und trafen in unmittelbarer Nähe des Ziels auf eine Kreuzung, an der eine blecherne britische Raubkatze wartete, um andere Drahtesel passieren zu lassen.

‚Nen reiner Gentleman, diese Katze‘, dachte auch der Drahteselbesitzer und wollte die Kreuzung passieren, sich jedoch im gleichen Moment-eiderdaus-die Raubkatze in Bewegung setzte! Geistesgegenwärtig zog der Reiter die Zügel des Esels, konnte ihn nach rechts ausweichen lassen, jedoch den Zusammenprall nicht komplett verhindern. Der Reiter sah sich schon mit Hechtrolle über die Kreuzung fliegen, konnte aber glücklicherweise handelsüblich vom Tier absteigen. 

Die Raubkatze hatte den Esel an den Vorderläufen erwischt und selbst auch etwas abbekommen. Aus der Blechkatze stieg ein scheinbar besser gestellter Mann, der sichtlich unter Schock stand und alle Schuld auf sich nahm. Es wurden die Daten ausgetauscht und vereinbart, dass die Tierarztrechnung vom Raubkatzenbesitzer beglichen würde. Auf die Ordnungshüter wurde verzichtet, auf Zeugen auch, da ohnehin niemand Anstalten machte, helfen zu wollen … Das verletzte Tier wurde den letzten Rest getragen und am gleichen Tag noch in die Praxis gebracht. Es konnte erfolgreich operiert und nach 1,5-wöchigen Rehaaufenthalt wieder abgeholt werden. Der Hochschuldozent hat die Gebühren beglichen und Asinus und Humanum können fortan wieder gemeinsam losreiten.

Ende.

Scherz am Dienstag

Lädierter Vorderlauf

Moderne Kunst

Whole again

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