Als heranwachsendes Kind wurde man quasi automatisch an den Weihnachtsmannmythos herangeführt.
Man versuchte das Jahr über brav zu sein, schrieb dann Anfang Dezember seine Wünsche auf einen Zettel und hofft am Ende, dass das Meiste unter dem Baum liegt.
Ältere Geschwister, die das Spiel scheinbar durchschaut hatten, wurden gebeten, nichts zu verraten.
Was sich aber scheinbar niemand gefragt hatte war, ob die Eltern auch einen Wunschzettel abgeben mussten. „Wir beschenken uns selbst“ war meistens die Antwort.
So kam es in den 90ern kurz vor Weihnachten zu einem Tagesausflug nach Bremen zu einem Elektronikfachhandel, der einen Videorecorder mit Nachvertonung, Zeitlupenfunktion und Scanner-Programmierung im „Angebot“ hatte.
Der Autor erinnert sich noch an die Fahrt im Toyota Previa und an die herunterfallenden Schneeflocken, die er durch das Schiebedach beobachten konnte. Sie wirbelten wie ein Mückenschwarm durch die Luft. Nur eben im Winter.
Sie parkten in der Innenstadt, stiefelten zu Brinkmann und nahmen das für damalige Verhältnisse trotzdem noch schweineteure Elektrogerät mit nach Hause.
Es war für viele Jahre ein sehr zuverlässiger Dienstleister und bescherte der Familie mit dem Abspielen von Filmen wie „Hot Shots“, „Loriot – Papa ante Portas“, „Kevin allein zu Haus“, „Kein Pardon“, „Kalkofes Mattscheibe“, „Nicht von schlechten Eltern“, „Mr. Bean“ und „The Teiwes Family“ viele schöne gemeinschaftliche Fernsehstunden.