Die Sache mit dem Kotsching

Eigentlich wollte Karl-Heinz bei LinkedIn nur mal schnell nach dem Gesicht zur sympathischen Stimme aus dem Geschäftskundentelefonat von soeben suchen. Was ihm auch ohne Probleme gelang. Kurz das Profil gemustert, seinem Netzwerk hinzugefügt und einen Beitrag über Augenyoga gelesen, den seine Gesprächspartnerin mit „Toller Input“ kommentiert hatte.

Ehe er sich versah, wurde er von der Lebensberatungsblase eingesogen, in dem er sehr vielen sogenannten „Kotsches“ folgte, deren Beiträge und „Sleihts“ las, ebenfalls mit „Toller Input“, „Starkes Statement“ und „Issoooooo“ kommentierte und wiederum die verfassten Beiträge der anderen Kommenteure las. Ein Teufelskreis, der für manchen Arbeitnehmer einen ganzen Arbeitstag bedeuten kann.

„Was ich beruflich mache?! Eigentlich arbeite ich in einer Behörde. Aber in Wirklichkeit erweitere ich den ganzen Tag mein Netzwerk …“

So ließ er sich von einem Kotsch auf einen kostenlosen digitalen Kaffee einladen. Zum Kennenlernen. Gratis. Unverbindlich mal austauschen.

Seinen Kaffee musste Karl-Heinz allerdings dann doch selbst bezahlen. Der wurde ihm nicht nach Hause geliefert. Und von PayPal wollte der Kotsch auch erst etwas wissen, als es darum ging, die folgenden in Aussicht gestellten Gratisstunden zu bezahlen.

Sie arbeiteten heraus, dass Karl-Heinz „ausgeblichene Wörk-Leif-Ballons“ bräuchte Aha.

In folgenden Kotschings würden sie Fragen nach seinen Zielen, wo er her käme und wo er hin wolle, was andere an ihm schätzen würden, was er machen wollen würde, wenn er sich seinen Beruf selbst aussuchen könnte und ob er nicht sein LinkedIn-Profil aufhübschen lassen will, behandeln. Da würde er ihm bei helfen und ihm Copy-Writer-mäßig einen fancy Spruch auf die Kaffeetasse drucken. Damit er immer fokussiert bliebe & seine Ziele nicht aus den Augen verlieren, wenn er zur Tasse greifen würde.

Karl-Heinz merkte schnell, dass das nichts für ihn sei, und er stattdessen seinen geliebten und gut bezahlten Job im öffentlichen Dienst behalten wollen würde. Er hatte ja schließlich nur eine 32,5h-Woche. Er hätte zuletzt nur wegen LinkedIn so viele Überstunden machen müssen.

Die ausgeblichenen Ballons hatte er sich dennoch besorgt, da er ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Kotsch hatte. Nur weiß er mit denen nichts so richtig anzufangen. Mal sehen was es darüber bei LinkedIn zu lesen gibt …

Willst auch Du wissen, wo es diese Ballons zu kaufen gibt, dann kommentiere mit „BALLONSIEREN“ und wir treffen uns unverbindlich auf einen digitalen Kaffee – gratis, fairsprochen.

2 Kommentare zu „Die Sache mit dem Kotsching

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: