Kreisliga-Mentalität

Wer es gestern nicht selbst gesehen, hat es spätestens heute auf Seite 1 im Internet gelesen. Der in der laufenden Bundesliga-Fußballsaison eh schon schwer gescholtene Fahrschüler von Borussia Dortmund, hat wiedereinmal einen abbekommen. Ganz versteckt am Bildrand, nicht einmal annähernd in Ballnähe, lässt der Defensivspieler von Dünamö das Bein stehen, und verpasst ihm ’nen sprichwörtlich „schönen Pferdekuss“. Jeder der so ein Ding schon einmal bekommen hat, weiß wie schmerzhaft das sein kann und ja, es kommt auch vor, dass man damit nicht mehr weiterspielen kann – unabhängig davon ob Du ein Nationalspieler, Profiamateur oder Kreisligakicker bist. Wenn ein Kirmesboxer den Klitschko richtig treffen würde, dann würde der auch KO gehen.

Die Schwarz-Gelben aus Dresden mit dem gestern viel zitierten 1.Liga-Umfeld (Zuschauerschnitt von 23.761 bei Heimspielen ist schon sehr bemerkenswert, Respekt dafür), den knappen finanziellen Mitteln und dem katastrophalen Platz waren bis in die Haarspitzen motiviert. Das sie spielerisch nicht dagegen halten konnten, war von vornherein klar. Für sie ging der Weg nur über den Kampf und sie haben es Dortmund auch schwer gemacht. Nur, wenn der Kommentator schon einen Ausblick gibt, es gäbe kein Spiel in der Liga in denen nicht mindestens ein Innenverteidiger von Dynamo gelb sieht, kann man schon erahnen wohin die Reise geht. Das haben der zweifache Torschütze sowie der schon bereits erwähnte Spielmacher schmerzhaft zu spüren bekommen. Kämpfen darf man. Muss man auch, wenn man spielerisch nicht dagegen halten kann. Wenn man dann aber Verletzungen billigend in Kauf nimmt, weiß ich nicht ob das dann noch mit dem Fairplay-Gedanken d’accord geht.

Sich hinterher hinzustellen, und zu sagen, in der Kreisliga wischt man sich einmal drüber und spielt weiter, wirkt ziemlich unprofessionell. Klingt ein bisschen nach einem vorpubertären halbstarken Fußballproleten, und nicht nach einem ambitionierten Drittligafußballer. Gegen „richtige“ Profis antreten zu dürfen (der Erdenbursche hat das wohl falsch verstanden) sollte für jeden Profiamateur respektive Feierabendfußballer eine Ehre sein. Man soll nicht in Ehrfurcht sterben, keine Frage, man darf dagegen halten und fighten, aber man muss dem Gegner trotzdem mit Respekt gegenüber treten und fair bleiben. „Trash-Talk“ war ja noch so eine Kernkompetenz der Zwingerstädter. Sofern der Matchwinner den ehemaligen Schalker überhaupt verstanden hat (beim Interview war ja auch ein Dolmetscher mit dabei), hat er mit den beiden Toren absolut richtig geantwortet.

Wer weiß, hätten sich die Dresdner vielleicht ein bisschen mehr (auf Fußball) konzentriert, hätte es was werden können, mit der nächsten Pokalsensation.

http://www.t-online.de/sport/fussball/dfb-pokal/id_73136396/dfb-pokal-dynamo-verteidiger-spottet-ueber-marco-reus.html

http://www.3-liga.com/statistik-zuschauer-1415.html

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