Türchen 8: Unhaltbar

Stadtauswahl. In die hatte er es in der D- & C-Jugend immerhin geschafft. War aber auch nicht sonderlich schwer, da der Zollgrenzbezirk Wilhelmshaven im Vergleich zu dem benachbarten Landkreis Friesland ein eher kleineres Einzugsgebiet und eine niedriegere Talentdichte hatte.

Wenn der Trainer den Torwart warm gemacht hatte, haute er ihm die Bälle aus kürzester Distanz rechts und links um die Ohren, und kommentierte sie nicht selten mit „Unhaltbar“-Rufen.

„Unhaltbar“ waren zum Teil auch die Bedingungen, unter denen trainiert wurde. So musste im Winter beispielsweise eine ungeheizte und mehr als baufällige Turnhalle aus der Kaiserzeit als Trainingsort herhalten. Licht gab es in der Halle gefühlt nur, wenn man regelmäßig DM 1,- Stücke in den imaginären Münzeinwurf neben den Sicherungskasten steckte. Die Holztribüne ohne Durchfallschutz drohte bei jedem Betreten einzustürzen und der kalte Betonfußboden lud auch nicht unbedingt zu Zweikämpfen oder Glanzparaden der Torhüter ein.

So wie die Halle aussah, spielten sie meistens auch. Für den Landkreis Friesland, den Kreis Ammerland sowie Oldenburg Stadt & Land waren sie meistens Laufkundschaft und Punketlieferant. Quasi so etwas wie Liechtenstein oder Faröer Inseln.

Paradoxerweise sollte die ehemalige Frieslandauswahl später fast komplett beim vermeintlich besten Club in Wilhelmshaven auf Tore- & Titeljagd gehen. In dieser Altersgruppe gab es jedoch keine „Kreisauswahl-Mannschaften“ mehr.

Und Torpedo wechselte zurück zu seinem Heimatverein.

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