Türchen 16: Fair geht vor

Kreisligafußball wurde natürlich auch gespielt. Nicht unerfolgreich und auch nicht unfair. Es sprangen meistens einstellige Tabellenplätze heraus. Mal schlug man den Favoriten und dann verlor man gegen den Underdog.

Unfair waren sie jedoch so gut wie nie. Die schlimmste Beschwerde an die sich Torpedo erinnert, war die des Mittelfeldmotors DingDong. Der äußerte sich nämlich auf eine vom Schiedsrichter nicht wahrgenommene Aktion des Gegners gegen ihn, mit den Worten (Achtung, Ohren zu halten): „Ey Schieri, der schubst doch!“

Da sie fast keinem Gegenspieler etwas zu Leide tun konnten (siehe oeben), belegte die Truppe in zwei aufeinanderfolgende Jahren in der Fairnesswertung des Niedersächsischen Fussballverbands obere Plätze – einmal sogar den ersten Platz.

Neben einer Auszeichnung erhielten sie u. a. einen Gutschein für einen weiteren Trikotsatz und durften mit dem kompletten Team & Funktionären ein Heimspiel von Werder Bremen besuchen.

Torpedo war in der Fairnesssiegersaison (30 Spiele) mit einem Schnitt von 0,0666666666666667 gelben Karten/Spiel, unangefochtener Rüpel Nr. 1.

Ein weiterer Erfolg war der Gewinn des Kreispokals, als man sich gegen die erste Mannschaft des ewigen Erzrivalen aus dem Nachbarlandkreis durchsetzen konnte.

Es folgte die Ehrung zur Mannschaft des Jahres, die im Bürgerhaus der Stadt Schortens stattfand und von dem Bürgermeister höchstselbst moderiert wurde. Während der Laudatio war sich die Mannschaft aber nicht sicher, ob der ausgestopfte Papagei, der traditionell auf einer der Lautsprecherboxen im Theatersaal des Bürgerhaus hockte, heimlich für den Bürgermeister sprach.

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